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Photographer, addicted to blackandwhite (mostly analogue) photography and alternative techniques, work in IT, Qualitymanagement, love my dog Giacomo and TESLA - what a car!

Donnerstag, 19. Mai 2011

Nachtfotografie I

Dreiländerbrücke, Huningue (F),  ISO 100 / f5,6 / 56 Sekunden

Nachtfotografie. Nur wenige Fotografen wagen sich an dieses Thema. Warum ist das so? Ok, in der Nacht ist es dunkel. Zum Fotografieren braucht es Licht. Nun, auch in der Nacht gibt es Licht - wenn auch nicht so viel wie am Tag. Das heisst, die Belichtungszeit muss verlängert werden. Das wiederum bedeutet, die Programmautomatik muss abgestellt werden. Es braucht also etwas Experimentierfreudigkeit.

Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass vieles an der Nachtfotografie unvorhergesehen ist. Die Kontrolle über das Bild liegt nur zum Teil in den Händen des Fotografierenden. Die langen Belichtungszeiten - im Bereich von Sekunden und Minuten  - haben manchmal überraschende Effekte zur Folge. Während der Verschluss offen bleibt, können sich die Objekte bewegen. Eventuell gehen Menschen durch das Bild. Die Erde dreht sich in Bezug zu den Planeten und Sternen (der schöne Vollmond verkommt auf dem Foto zur Licht-Wurst...). Licht kann unverhofft, aus verschiedenen Quellen kommend,  Einfluss nehmen. Dies alles macht die Nachtfotografie zu einer manchmal etwas zufälligen, aber doch sehr spannenden und kreativen Erfahrung. Langzeitbelichtungen sind oft sehr poetisch und mystisch: Sie zeigen uns Dinge die unser Auge nicht erfassen kann.

Nie zuvor war es einfacher, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Im Zeitalter der digitalen Fotografie fällt der Einstieg leicht. Alles was es braucht ist eine Kamera, ein Stativ, eine Taschenlampe, eine Uhr und Zeit. Eigentlich kann mit fast jeder digitalen Kamera in der Nacht fotografiert werden. Einzige Bedingung ist, dass die Einstellungen für ISO-Wert, Blende und Belichtung manuell vorgenommen werden können.

Einem Anfänger würde ich unbedingt empfehlen mit digitaler Technik zu arbeiten. Analoge Nachtaufnahmen sind aber sehr wohl möglich. Aber um gute Ergebnisse zu erzielen ist wesentlich mehr Erfahrung notwendig.  

Kodak TMY 400 Film
Natürlich hat auch die digitale Nachtfotografie ihre spezifischen Nachteile. Dazu vielleicht in einem späteren Beitrag mehr. Aber zunächst einmal sind Digitalfotografen als Anfänger klar im Vorteil:
  • Die Bilder können mittels Vorschau und Histogramm vor Ort begutachtet und entsprechende Änderungen an der Belichtung vorgenommen werden. Die Lernkurve ist dadurch deutlich steiler.

  • Beim Film nimmt die Empfindlichkeit exponentiell zur Länge der Belichtungszeit ab. Dieser Umstand muss bei der Berechnung der Belichtungszeit berücksichtigt werden. Dieser sogenannte Schwarzschild-Effekt tritt bei den Digitalkameras nicht auf. Die Belichtungszeiten sind daher kürzer.

  • Künstliche Lichtquellen erzeugen Farbtemperaturen die von unserem Auge automatisch korrigiert werden. Die Kamera sieht jedoch die Farben so wie sie tatsächlich sind. Wenn die Fotos im RAW Format vorliegen, ist die Nachbearbeitung uneingeschränkt möglich. Die Farbverschiebungen können so nach der Aufnahme noch beeinflusst werden. Das ist ein entscheidender Vorteil. Bei der analogen Technik müssten Farbkorrekturfilter oder Kunstlichtfilme verwendet werden.
Unkorrigiertes JPG (out of the cam)









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