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Photographer, addicted to blackandwhite (mostly analogue) photography and alternative techniques, work in IT, Qualitymanagement, love my dog Giacomo and TESLA - what a car!

Mittwoch, 19. Mai 2010

Impossible - und es geht doch

In einem früheren Beitrag habe ich über das Impossible Project berichtet, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Polaroidfilme wieder auf den Markt zu bringen. Mittlerweile ist das Projekt weit fortgeschritten. Erste Chargen Filme sind im Handel erhältlich. Höchste Zeit also, sich selber ein Bild(!) zu machen und den neuen PX100 Integralfilm zu testen.

Als erstes musste ich mich jedoch um eine Kamera kümmern. Meine letzten Polaroidaufnahmen habe ich nämlich im zarten Kindesalter gemacht. Fündig wurde ich am Ende bei eBay. Die Preise für Polaroidkameras sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen -  sicherlich hat das auch mit dem Impossible Project zu tun. In diesem Zusammenhang halte ich die gestiegenen Preise für ein positives Zeichen. Ich war schon sehr gespannt, als ich vor 2 Wochen das langersehnte Paket mit meiner SX-70 Alpha Polaroidkamera aus dem Briefkasten fischte. 

Zu meiner Freude ist die Kamera aus den 70er Jahren noch gut in Schuss und weist fast keine Gebrauchsspuren auf - genauso wie in der Auktion beschrieben. Zusammengeklappt ist sie gerade mal 3cm dünn. Die braune Belederung sieht schon sehr chic aus - 70er Jahre Design pur. Wer Retro mag, mag die SX-70.

Der PX100 ist ein Integralfilm für sepia-monochrome Aufnahmen. Er hat eine Empfindlichkeit von 100 ASA und eignet sich für den Einsatz mit SX-70 Kameras. Er kann - und das macht ihn für mich persönlich sehr interessant -  für klassische Manipulationstechniken, Image Transfers, oder Emulsion Lifts verwendet werden. Ich habe bereits erste Versuche gemacht und kann bestätigen, dass sich der PX100 hervorragend für die Manipulation eignet. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen.

Geliefert wird der PX100 in einer weissen Kartonbox. Mit einem Film können 8 Aufnahmen gemacht werden. Die Box kann für die spätere Aufbewahrung der Bilder weiterverwendet werden. Eine informative und durchaus humorvolle Gebrauchsanleitung liegt bei. Der erste Eindruck nach dem Auspacken: Alles sehr professionell.

Auf gehts! Der Film ist eingelegt. Auslöser betätigen. Die Kamera schnurrt und spuckt das Polaroidfoto aus. Ich warte gespannt den Bildaufbau ab. Der erste Eindruck ist nicht gerade umwerfend. Alles ist ziemlich überbelichtet, und wo kommen denn die Streifen auf dem Film her?  In solchen Fällen zweifelt man ja gerne erst einmal an sich selbst. Ich kontrolliere also den Belichtungsregler und vergewissere mich, dass meine Hand den Auswurf nicht behindert hat. Soweit alles in Ordnung. Aber auch die Seitenverklebungen auf der Rückseite sind aufgeplatzt. Die Gründe für die Streifenbildung und die schwache Seitenverklebung können bei Spürsinn nachgelesen werden. Es hat offensichtlich mit der Charge Nummer 2 zu tun. Diese Phänomene sollten in Zukunft nicht mehr auftreten. Interessanterweise ist nun gerade diese zweite Charge bei den künstlerisch interessierten Fotografen zum Renner geworden - weil sie eben ganz besondere Unikate liefert. Die Filme sind ausverkauft.




Das Problem mit der Belichtung lässt sich dadurch erklären, dass die Emulsion nach der Aufnahme noch für kurze Zeit lichtempfindlich ist. Die nachfolgenden Fotos habe ich sofort nach deren Auswurf mit der Bildseite nach unten auf den Tisch gelegt. Damit war das Problem behoben. Die seitlichen Streifen (sogenante Rollos) treten bei schwachen Lichtverhältnissen auf. Einige weitere Versuche bei guten Lichtverhältnissen brachten tatsächlich bessere Ergebnisse. Trotzdem - eigentlich weiss ich nie so richtig was mich erwartet nachdem ich den Auslöser gedrückt habe. Ich musste mich erst an den Film gewöhnen. Der PX100 hat aber zweifelsfrei seinen ganz eigenen Charme. Die Sepiatönung ist wirklich sehr schön. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gefällt mir der Film immer besser. Kann man sich auf die Unwägbarkeiten einstellen, so macht es grossen Spass mit diesem Film zu arbeiten. Im Moment befindet er sich noch in einer experimentellen Phase. Das ist auch bei Impossible auf der Website nachzulesen. Trotzdem, denke ich, man ist auf gutem Weg. Ich bin gespannt, wie die nachfolgenden Chargen aussehen werden. Den Film gibt es für 28 CHF bei ARS-Imago Schweiz, oder für etwa 18 € bei Spürsinn, respektive bei Macodirekt.

Kommentare:

laurenz a. reinitzer hat gesagt…

ein toller erfahrungsbericht.

polaroid ist etwas spezielles. man muss sich darauf einlassen. die ganzen "macken" (zb. extrem kleiner kontrastumfang) kennen und einsetzen lernen. hpolaroid hat aber auch den vorteil, dass ein bild aus der kamera kommt und fertig ist. kein entwickeln und ausbelichten oder aufwändiges postprocessing.

ich freue mich auf die semesterferien und meinen ersten px 100.

lg laurenz

Tilla Pe hat gesagt…

Das Bild in der Mitte finde ich faszinierend! Es hat altmodischen Flair - aber es ist ein Laptop darauf abgebildet. Herrlich :)