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Photographer, addicted to blackandwhite (mostly analogue) photography and alternative techniques, work in IT, Qualitymanagement, love my dog Giacomo and TESLA - what a car!

Dienstag, 18. August 2009

Bromöldruck - Übersicht

Ich bin jemand, der gerne ausprobiert und alte neue fotografische Wege beschreitet. Alternative fotografische Techniken haben mich schon immer interessiert. Seit einiger Zeit befasse ich mich intensiver mit dem Bromöldruck. Ich möchte mich im kommenden Winter vermehrt dieser alten Technik zuwenden. Diese Artikelreihe wird in mehreren Teilen verfasst. Nun geht es aber los mit Teil 1:

Bromöldruck - Übersicht.

Der Bromöldruck zählt zu den klassischen Edeldruckverfahren. Er wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfunden. Während der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts war das Verfahren sehr populär. Nach dem zweiten Weltkrieg, und mit dem Aufkommen der straight photography, geriet dieser Prozess mehr und mehr in Vergessenheit. In den letzten Jahren findet das Verfahren wieder vermehrt Anhänger. Als einziges Edeldruckverfahren wird beim Bromöldruck kein Negativ in der gewünschten Bildgrösse benötigt. Besonders reizvoll an dieser Technik ist die Kombination zwischen Fotografie und Malerei. Ein spezielles Entwicklungsverfahren und anschliessendes Auftragen von Druckfarbe erzeugt mystisch anmutende Bilder.

Doch der Reihe nach: Zuerst wird eine Vergrösserung (Print) auf quellfähigem Bromsilberpapier erstellt. Der Print wird mit 1/2 bis 1 Blende überbelichtet. Nach der Fixierung und Wässerung erfolgt das Bleichbad. Dabei wird die Gelatineschicht teilweise gehärtet. In den dunklen Stellen ist mehr Silber vorhanden. Dort härtet die Schicht stärker. Demgegenüber werden die Lichter nur wenig gehärtet. Durch anschliessende Wässerung quillt die Gelatineschicht auf. Die stark gehärteten Stellen quellen dabei mehr als die weniger stark gehärteten - es entsteht ein Relief. Dieses Relief nennt sich Matrix. Anschliessend wird mit Pinsel, Schaumstoffrolle oder Gummiwalze Farbe auf die Matrix aufgetragen. Als Farbe eigenet sich Buchdruckfarbe wie sie auch in der Lithographie verwendet wird. Dadurch entsteht ein Unikat, welches durch die Farbe künstlerisch und sehr individuell ausgestaltet werden kann.

In den kommenden Beiträgen werde ich im Einzelnen näher auf die Verarbeitungsschritte
(Vergrössern, Bleichen, Trocknen, Quellen, Färben und Finish) eingehen.

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