Link zum Artikel auf vfg-Seite: B.Y.O.P
- Thomas Widmer
- Basel, Switzerland
- Alle meine schwarzweissen Arbeiten verarbeite ich im eigenen Labor. Sie sind erhältlich als Baryt oder RC Abzüge. Auf Wunsch verarbeite ich auch Ihre Negative.
Mittwoch, 25. August 2010
VFG Nachwuchsförderpreis - B.Y.O.P.
Im Rahmen der Ausstellung und Prämierung des 14.Nachwuchsförderpreises im Kunsthaus Baselland, fand dieses Jahr der Publikumswettbewerb B.Y.O.P. - Bring your own photography der Vereinigung fotografischer GestalterInnen (vfg) statt. Mein Polaroidfoto aus der Serie "Imperfect World" wurde mit dem 3.Platz ausgezeichnet. Das freut mich natürlich sehr und motiviert mich für weiteres Schaffen.
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Sonntag, 15. August 2010
Imperfect world
Vor einiger Zeit habe ich begonnen an einer neuen Serie zu arbeiten. "Imperfect world" lautet ihr Titel. Imperfect world ist einerseits das Resultat einer Auseinandersetzung mit der Fotografie und mit der Art und Weise wie sie stattfindet. Andererseits ist sie auch ein kritischer Blick auf unsere Umwelt.
Mir fällt auf, dass es eine Tendenz zu technisch immer perfekteren Fotos gibt. Fotos die durchaus als schön und gelungen bezeichnet werden können. Oft vermisse ich den persönlichem Stil des Fotografierenden. Durchgestylt, weichgespült, worklflow-gleich und aktions-angepasst, sehen sich die Fotos immer ähnlicher und werden schlussendlich beliebig austauschbar.
Letztendlich gibt es für mich zwei Möglichkeiten der Bildgestaltung. Entweder beeinflusse ich alles bis ins letzte Detail. Ich plane, inszeniere und retuschiere - schaffe Realitäten. So entsteht ein perfektes Bild von einer womöglich perfekten Welt. Oder ich fotografiere was sich mir aus dem Augenblick heraus bietet. Ich arbeite mit den Eigenschaften des Mediums setzte es gezielt ein und erstelle ein momentanes Abbild einer oftmals nicht perfekten Wirklichkeit.
Die Fotos zeigen passend zum Thema eine ungeschönte Welt mit Ecken und Kanten. Es sind für mich aber auch zwiespältige Ansichten unserer Umgebung. Im aktuellen Beispiel ist es ein Retortenquartier. Perfekte Häuser, ein verlassener Spielplatz auf dem jeder Baum zentimetergenau ausgerichtet steht. Orte wo nichts dem Zufall überlassen werden soll.
Polaroid eignet sich hervorragend für diesen Zweck. Die glücklicherweise seit kurzem wieder erhältlichen Filme befinden sich derzeit noch in einem experimentellen Stadium. Sie sind daher alles andere als perfekt. Für mich eine einmalige Gelegenheit, einzigartige und nicht reproduzierbare Aufnahmen zu realisieren.
Freitag, 6. August 2010
Dienstag, 29. Juni 2010
Massive DevChart auf dem iPhone
Seit einiger Zeit gibt es die Massive Dev Chart für Analog-Fotografen auch als praktisches App für das iPhone. Ich habe es schon länger installiert, aber erst kürzlich getestet. Das App ist viel mehr als nur eine Kopie der Internet-Datenbank mit den Entwicklungszeiten.
DevChart für iPhone kann auch als Timer in der Dunkelkammer eingesetzt werden. Der Timer verfügt über eine graphische und numerische Anzeige und führt den Anwender auch akustisch durch den Entwicklungsprozess. Eigene Entwicklungszeiten, Entwickler/Filmkombinationen und Verdünnungsverhältnisse können definiert werden. Der Timer kann im Dunkelkammermodus wahlweise in grün oder rot betrieben werden. Normalerweise habe ich ja die gängigsten Zeiten im Kopf. Trotzdem ist es ein sehr nützliches Hilfsmittel wenn man - wie ich - hin und wieder neue Kombinationen testet.
DevChart für iPhone kann auch als Timer in der Dunkelkammer eingesetzt werden. Der Timer verfügt über eine graphische und numerische Anzeige und führt den Anwender auch akustisch durch den Entwicklungsprozess. Eigene Entwicklungszeiten, Entwickler/Filmkombinationen und Verdünnungsverhältnisse können definiert werden. Der Timer kann im Dunkelkammermodus wahlweise in grün oder rot betrieben werden. Normalerweise habe ich ja die gängigsten Zeiten im Kopf. Trotzdem ist es ein sehr nützliches Hilfsmittel wenn man - wie ich - hin und wieder neue Kombinationen testet.
Filmauswahl / Entwicklerauswahl
Mittwoch, 9. Juni 2010
Ziemlich verrückt - Glassplattenfotografie neu aufgelegt.
"Wie verrückt können wir sein?" fragen die Leute von Spürsinn heute auf ihrem Blog.
Nun ja, schon ein wenig, würde ich sagen. Nachdem Spürsinn gestern Weltmeister werden wollte(!), kündigen sie heute an, neuerdings auch "photographische Platten" im Angebot zu führen. Seit dem letzten Jahr gibt es die 6.5 x 9 Planfilme wieder und nun produziert AGFA die Glasplatten für Laufbodenkameras im Format 6,5 x 9. Besitzer von Kameras wie Voigtländer Bergheil, Zeiss Ikon Maxima, Beier Ilse und Certotrop Sport, etc. können nun das historische Platten-Feeling wieder geniessen. Das passt ausgezeichnet, denn seit letzter Woche bin ich im Besitz einer Voigtländer Avus. Glasplattenfotografie wurde vor allem in der Zeit um 1920 betrieben. Damals waren die Platten weiter verbreitet als Planfilme.
Nun ja, schon ein wenig, würde ich sagen. Nachdem Spürsinn gestern Weltmeister werden wollte(!), kündigen sie heute an, neuerdings auch "photographische Platten" im Angebot zu führen. Seit dem letzten Jahr gibt es die 6.5 x 9 Planfilme wieder und nun produziert AGFA die Glasplatten für Laufbodenkameras im Format 6,5 x 9. Besitzer von Kameras wie Voigtländer Bergheil, Zeiss Ikon Maxima, Beier Ilse und Certotrop Sport, etc. können nun das historische Platten-Feeling wieder geniessen. Das passt ausgezeichnet, denn seit letzter Woche bin ich im Besitz einer Voigtländer Avus. Glasplattenfotografie wurde vor allem in der Zeit um 1920 betrieben. Damals waren die Platten weiter verbreitet als Planfilme.
Es ist erfreulich, dass Firmen wie Spürsinn oder Impossible sich zum Ziel gesetzt haben, die analoge Fotografie wieder voranzutreiben. Wenn ich mich heute in der Fotografie-Szene umschaue muss ich sagen, dass diese Bemühungen durchaus von Erfolg gekrönt sind. Offenbar entsprechen sie einem Bedürfnis. Viele Fotografen möchten sich wieder vermehrt mit den grundlegenden Aspekten der Fotografie beschäftigen und weniger mit den technischen Raffinessen ihrer Kamerasysteme - es muss ja nicht gleich Plattenfotografie sein.
Für meine Avus habe ich jetzt erst einmal die Planfilme bestellt. Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle bald einige Beispiele zeigen kann. Ach ja, und wegen dem "Weltmeister werden": Liebe Spürsinn-Leute - darüber sprechen wir dann am 11.Juli nochmals ...
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Mittwoch, 19. Mai 2010
Impossible - und es geht doch
In einem früheren Beitrag habe ich über das Impossible Project berichtet, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Polaroidfilme wieder auf den Markt zu bringen. Mittlerweile ist das Projekt weit fortgeschritten. Erste Chargen Filme sind im Handel erhältlich. Höchste Zeit also, sich selber ein Bild(!) zu machen und den neuen PX100 Integralfilm zu testen.
Als erstes musste ich mich jedoch um eine Kamera kümmern. Meine letzten Polaroidaufnahmen habe ich nämlich im zarten Kindesalter gemacht. Fündig wurde ich am Ende bei eBay. Die Preise für Polaroidkameras sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen - sicherlich hat das auch mit dem Impossible Project zu tun. In diesem Zusammenhang halte ich die gestiegenen Preise für ein positives Zeichen. Ich war schon sehr gespannt, als ich vor 2 Wochen das langersehnte Paket mit meiner SX-70 Alpha Polaroidkamera aus dem Briefkasten fischte.
Zu meiner Freude ist die Kamera aus den 70er Jahren noch gut in Schuss und weist fast keine Gebrauchsspuren auf - genauso wie in der Auktion beschrieben. Zusammengeklappt ist sie gerade mal 3cm dünn. Die braune Belederung sieht schon sehr chic aus - 70er Jahre Design pur. Wer Retro mag, mag die SX-70.
Der PX100 ist ein Integralfilm für sepia-monochrome Aufnahmen. Er hat eine Empfindlichkeit von 100 ASA und eignet sich für den Einsatz mit SX-70 Kameras. Er kann - und das macht ihn für mich persönlich sehr interessant - für klassische Manipulationstechniken, Image Transfers, oder Emulsion Lifts verwendet werden. Ich habe bereits erste Versuche gemacht und kann bestätigen, dass sich der PX100 hervorragend für die Manipulation eignet. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen.
Geliefert wird der PX100 in einer weissen Kartonbox. Mit einem Film können 8 Aufnahmen gemacht werden. Die Box kann für die spätere Aufbewahrung der Bilder weiterverwendet werden. Eine informative und durchaus humorvolle Gebrauchsanleitung liegt bei. Der erste Eindruck nach dem Auspacken: Alles sehr professionell.
Auf gehts! Der Film ist eingelegt. Auslöser betätigen. Die Kamera schnurrt und spuckt das Polaroidfoto aus. Ich warte gespannt den Bildaufbau ab. Der erste Eindruck ist nicht gerade umwerfend. Alles ist ziemlich überbelichtet, und wo kommen denn die Streifen auf dem Film her? In solchen Fällen zweifelt man ja gerne erst einmal an sich selbst. Ich kontrolliere also den Belichtungsregler und vergewissere mich, dass meine Hand den Auswurf nicht behindert hat. Soweit alles in Ordnung. Aber auch die Seitenverklebungen auf der Rückseite sind aufgeplatzt. Die Gründe für die Streifenbildung und die schwache Seitenverklebung können bei Spürsinn nachgelesen werden. Es hat offensichtlich mit der Charge Nummer 2 zu tun. Diese Phänomene sollten in Zukunft nicht mehr auftreten. Interessanterweise ist nun gerade diese zweite Charge bei den künstlerisch interessierten Fotografen zum Renner geworden - weil sie eben ganz besondere Unikate liefert. Die Filme sind ausverkauft.
Das Problem mit der Belichtung lässt sich dadurch erklären, dass die Emulsion nach der Aufnahme noch für kurze Zeit lichtempfindlich ist. Die nachfolgenden Fotos habe ich sofort nach deren Auswurf mit der Bildseite nach unten auf den Tisch gelegt. Damit war das Problem behoben. Die seitlichen Streifen (sogenante Rollos) treten bei schwachen Lichtverhältnissen auf. Einige weitere Versuche bei guten Lichtverhältnissen brachten tatsächlich bessere Ergebnisse. Trotzdem - eigentlich weiss ich nie so richtig was mich erwartet nachdem ich den Auslöser gedrückt habe. Ich musste mich erst an den Film gewöhnen. Der PX100 hat aber zweifelsfrei seinen ganz eigenen Charme. Die Sepiatönung ist wirklich sehr schön. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gefällt mir der Film immer besser. Kann man sich auf die Unwägbarkeiten einstellen, so macht es grossen Spass mit diesem Film zu arbeiten. Im Moment befindet er sich noch in einer experimentellen Phase. Das ist auch bei Impossible auf der Website nachzulesen. Trotzdem, denke ich, man ist auf gutem Weg. Ich bin gespannt, wie die nachfolgenden Chargen aussehen werden. Den Film gibt es für 28 CHF bei ARS-Imago Schweiz, oder für etwa 18 € bei Spürsinn, respektive bei Macodirekt.
Als erstes musste ich mich jedoch um eine Kamera kümmern. Meine letzten Polaroidaufnahmen habe ich nämlich im zarten Kindesalter gemacht. Fündig wurde ich am Ende bei eBay. Die Preise für Polaroidkameras sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen - sicherlich hat das auch mit dem Impossible Project zu tun. In diesem Zusammenhang halte ich die gestiegenen Preise für ein positives Zeichen. Ich war schon sehr gespannt, als ich vor 2 Wochen das langersehnte Paket mit meiner SX-70 Alpha Polaroidkamera aus dem Briefkasten fischte.
Zu meiner Freude ist die Kamera aus den 70er Jahren noch gut in Schuss und weist fast keine Gebrauchsspuren auf - genauso wie in der Auktion beschrieben. Zusammengeklappt ist sie gerade mal 3cm dünn. Die braune Belederung sieht schon sehr chic aus - 70er Jahre Design pur. Wer Retro mag, mag die SX-70.
Der PX100 ist ein Integralfilm für sepia-monochrome Aufnahmen. Er hat eine Empfindlichkeit von 100 ASA und eignet sich für den Einsatz mit SX-70 Kameras. Er kann - und das macht ihn für mich persönlich sehr interessant - für klassische Manipulationstechniken, Image Transfers, oder Emulsion Lifts verwendet werden. Ich habe bereits erste Versuche gemacht und kann bestätigen, dass sich der PX100 hervorragend für die Manipulation eignet. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen.
Geliefert wird der PX100 in einer weissen Kartonbox. Mit einem Film können 8 Aufnahmen gemacht werden. Die Box kann für die spätere Aufbewahrung der Bilder weiterverwendet werden. Eine informative und durchaus humorvolle Gebrauchsanleitung liegt bei. Der erste Eindruck nach dem Auspacken: Alles sehr professionell.
Auf gehts! Der Film ist eingelegt. Auslöser betätigen. Die Kamera schnurrt und spuckt das Polaroidfoto aus. Ich warte gespannt den Bildaufbau ab. Der erste Eindruck ist nicht gerade umwerfend. Alles ist ziemlich überbelichtet, und wo kommen denn die Streifen auf dem Film her? In solchen Fällen zweifelt man ja gerne erst einmal an sich selbst. Ich kontrolliere also den Belichtungsregler und vergewissere mich, dass meine Hand den Auswurf nicht behindert hat. Soweit alles in Ordnung. Aber auch die Seitenverklebungen auf der Rückseite sind aufgeplatzt. Die Gründe für die Streifenbildung und die schwache Seitenverklebung können bei Spürsinn nachgelesen werden. Es hat offensichtlich mit der Charge Nummer 2 zu tun. Diese Phänomene sollten in Zukunft nicht mehr auftreten. Interessanterweise ist nun gerade diese zweite Charge bei den künstlerisch interessierten Fotografen zum Renner geworden - weil sie eben ganz besondere Unikate liefert. Die Filme sind ausverkauft.
Das Problem mit der Belichtung lässt sich dadurch erklären, dass die Emulsion nach der Aufnahme noch für kurze Zeit lichtempfindlich ist. Die nachfolgenden Fotos habe ich sofort nach deren Auswurf mit der Bildseite nach unten auf den Tisch gelegt. Damit war das Problem behoben. Die seitlichen Streifen (sogenante Rollos) treten bei schwachen Lichtverhältnissen auf. Einige weitere Versuche bei guten Lichtverhältnissen brachten tatsächlich bessere Ergebnisse. Trotzdem - eigentlich weiss ich nie so richtig was mich erwartet nachdem ich den Auslöser gedrückt habe. Ich musste mich erst an den Film gewöhnen. Der PX100 hat aber zweifelsfrei seinen ganz eigenen Charme. Die Sepiatönung ist wirklich sehr schön. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gefällt mir der Film immer besser. Kann man sich auf die Unwägbarkeiten einstellen, so macht es grossen Spass mit diesem Film zu arbeiten. Im Moment befindet er sich noch in einer experimentellen Phase. Das ist auch bei Impossible auf der Website nachzulesen. Trotzdem, denke ich, man ist auf gutem Weg. Ich bin gespannt, wie die nachfolgenden Chargen aussehen werden. Den Film gibt es für 28 CHF bei ARS-Imago Schweiz, oder für etwa 18 € bei Spürsinn, respektive bei Macodirekt.
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